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Maremma - Grosetto - Roselle

Toskana Toscana Maremma Naturparks

Maremma Naturpark

Südlich von Grosseto hat sich eine einzigartige Küstenlandschaft unversehrt erhalten. Im Maremma-Nationalpark steht auf einer Fläche von 70 km2 kein bewohntes Haus. Nur einige mittelalterliche Wachtürme und die Ruinen eines Klosters zeugen von einstiger spärlicher Besiedlung. Nirgendwo sonst auf dem toskanischen Festland lässt sich in vergleichbarer weise erleben, wie die Mittelmeerküste vor der touristischen Erschließung aussah.

Die wenigen Bewohner dieser Gegend hatten es in der Vergangenheit nicht leicht. Einst war die Maremma ein ungesundes Sumpfgebiet, in der man sich mit Malaria infizierte. Der Name stammt von marittimo, sprich Meernähe, und vom Meer aus überfielen in der Vergangenheit Piraten immer wieder die Gegend. Die Seeräuber verschwanden, doch die Ansteckungs-gefahr blieb. Erst als das Gebiet im 19. Jh. trocken gelegt wurde, entspannte sich die Lage allmählich.

Der Höhenzug, der den größeren Teil des Naturparks einnimmt, ist fast vollständig vom mittelmeerischen Buschwald, der Macchia, bedeckt. Alle typischen Macchia-Pflanzen sind vertreten: duftende Kräuter und knorrige Steineichen, die Mastix-Pistazie und der Erdbeerbaum mit seinen roten Kugelfrüchten, Ginster und Baumheide, Rosmarin, Lorbeer, Myrte und die wie chinesische Papierblumen wirkenden Zistrosen.

Die Hauptblütezeit liegt im Mai und Juni; in dieser Periode duften auch die starken Aromen des Buschwaldes am intensivsten. In Ufernähe stehen ausgedehnte Pinienwälder mit Strandkiefern und Schirmpinien sowie an besonders sonnigen Stellen Zwergpalmen. In höher gelegenen, kühleren Bereichen sieht man Ahorn, Ebereschen und Buchen.

Zahlreiche Wasservögel überwintern im Park: in der kalten Jahreszeit hat man fast 150 Vo-gelarten gezählt. Viele Vögel leben ganzjährlich hier, darunter Fischadler, Reiher, Regenpfeifer, Wasserhühner, Stockenten. Auch Säugetiere sind in dem Naturschutzgebiet häufig, dazu gehören u. a. Wildschweine, Hirsche, Rehe, Stachelschweine, Füchse, Wildkat-zen, Marder und Wiesel.

Man erreicht den Parkeingang in dem Dorf Alberese von der Provinzhauptstadt Grosseto aus (15 km entfernt) entweder mit dem Auto oder mit Stadtbussen (auto-bus urbano) der Linien 15 und 16 (ab Bahnhof Grosseto). Vom Parkeingang fährt stündlich ein Bus einige km in den Park nach Pratini, dem besten Ausgangspunkt für Wanderungen. Zum Schutz der Tierwelt ist der Zugang zum Naturschutzgebiet reglementiert. Im Sommer (15. Juni – 30. September) wird der Park täglich für Besucher geöffnet, aber in diesem Uhrzeitraum ist nur die Teilnah-me an geführten Rundgängen erlaubt. In den anderen Jahreszeiten kann man das Gebiet nur Mittwoch, Samstag und Sonntag besuchen (jeweils von 9:00 Uhr bis Sonnenuntergang), dafür darf man nun individuelle Touren durchführen.

Die Orientierung im Park ist einfach. Am Eingang ist eine Kartenskizze mit den markierten Wanderwegen (Itinerario 1 und Itinerario 2) erhältlich. Folgt man dem Itinerario 2, so erlebt man auf einer rund zweistündigen Wanderung herrliche Panoramen und eine abwechslungs-reiche Vegetation.

Noch schöner ist eine große Rundtour, welche die beiden markierten Wege kombiniert und für die man rund 4,5 Stunden (zuzügl. der Pausen) benötigt. Man folgt dabei zunächst dem ausgeschilderten Itinerario 1 ab Pratini. Nach knapp 2 Std. gelangt man zu den Ruinen des einsam gelegenen Klosters San Rabano. Weitere 50 min. auf dem Itinerario 1 führen zu einem Sträßchen, dem man nach rechts folgt. Nach wenigen Minuten biegt man durch ein Gatter in den als Itinerario 2 ausgeschilderten Waldweg. Er führt zum Meeresufer, passiert verschiedene ehemalige Wachtürme und erreicht schließlich wieder das Sträßchen, auf dem man – sich links haltend – zurück zum Ausgangspunkt gelangt.

Unterwegs bieten sich an der einsamen Küste schöne Badegelegenheiten.

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Grosseto

Grosseto, Provinzhauptstadt und Zentrum der Maremma Toscana, ist nicht zu vergleichen mit den berühmten Städten der Toskana wie Siena, Florenz, Pisa.

Grosseto ist ein moderne Stadt mit viel Grün, die  großflächig um den alten Stadtkern gewachsen ist. Innerhalb der alten Stadtmauern aus der Zeit der Medici, die noch fast vollständig erhalten sind, findet man aber viel Atmosphäre, kleine Bars und Restaurants mit der Küche der Maremma. Zu besichtigen gibt’s auch die wichtigsten Kirchen, Museen und Kunstwerke. Das archäologische Museum von Grosseto, im Zentrum der Altstadt gelegen, gehört zu den bedeutendsten Italiens, was die etruskische Epoche betrifft.

Es lohnt sich einen Tag mit Besichtigungen in Grosseto zu verbringen, vielleicht auch kombiniert mit einem Bummel durch die Läden in der Altstadt oder einen Besuch des Markts (Donnerstag 9:00 – 13:00 Uhr, Porta Vecchia). Und natürlich werden in Grosseto vor allem im Sommer auch viele kulturelle Veranstaltungen angeboten: Musik von Klassik über Jazz bis Pop, Theateraufführungen, Kunstausstellungen. Genauer informieren kann man sich im Touristenbüro von Grosseto (nähe Bahnhof).

Rund um Grosseto warten noch einige Sehenswürdigkeiten auf den Maremma-Besucher.

Roselle - (siehe auch weiter unten)

Ca. 8 km von Grosseto entfernt Richtung Siena liegen die archäologischen Ausgrabungen von Roselle, manchmal auch das “etruskische Pompeji” genannt. Zu besichtigen gibt es nicht nur Reste der römischen Stadtanlage, sondern auch etruskische und mittelalterliche Stadt-Reste. Roselle – ein “Muss” für jeden archäolgischen interessierten Toskana-Besucher.

Uccellina-Naturpark

Dieser Maremma-Naturpark, einer der ersten toskanischen Naturparks, ca. 9000 ha groß, erstreckt sich zwischen Principina Mare, Talamone und dem Uccellina-Gebirge. Ausgeschilderten Wanderwegen folgend, kann man im Ombrone-Delta freilebende Pferde oder Maremma Rinder beobachten, bei Principina Mare die vielseitige Flora und Fauna der Sumpflandschaft der Maremma kennen lernen oder im Uccellina-Gebirge die unberührte Natur der Macchia Mediterranea erkunden. Juni bis Ende September sind jedoch nur geführte Besichtigungen möglich.

Badestrände bei Grosseto

Marina di Grosseto ist moderner Badeort mit einem langen Sandstrand der von Castiglione della Pecaia (ein sehenswertes Hafenstädtchen!) bis Principina Mare reicht. Ein bisschen touristisch ist dieser Badeort schon, Badeanstalten findet man hier in reichlicher Auswahl. Wer lieber freie Strände sucht, unser Tipp: der nördliche Teil Richtung Castiglione della Pescaia (Rosmarino).

Oder noch besser – die Strände des Uccellina-Parks südlich von Principina Mare: feine Sandstrände mit Pinien im Hintergrund. Natur pur! Hier kann man auch außerhalb der Badesaison wunderbare Wanderungen am Meer machen.

 

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Der Archäologische Park von Roselle

Im Altertum stellten die Flüsse grundlegende Kommunikationswege dar: dafür sind die zahl-reichen archäologischen Funde entlang der Flussbetten eine Bestätigung.

Der Ombrone charakterisiert hydrographisch die Provinzen von Siena und Grosseto, und dank seiner Zuflüsse Arbia, Merse und Orcia, wächst er während seines Laufes immer weiter an. In der Antike war er vielleicht in großen Teilen beschiffbar. Sodass ihn Plinius d.Ä. im III. Buch der Naturalis Historia als “navigiorum capax” (beschiffbar) bezeichnet, während der lateinische Dichter Rutilius Namatianus, der das Gebiet um 417 n. Chr. Bereist als “ignobile flumen” (einen unansehnlichen Fluss) erinnert.

Wenn man vom Tal des Ombrone spricht, so ist es notwendig, auch die eigentümliche geographische Bildung der Maremma Küste in Erwägung zu ziehen. Die Ebene von Grosseto existierte nicht, sonder an ihrer Stelle befand sich eine Meeresbucht, die langsam versandete: der sogenannte “See” Prile. Der Golf und die Lagune beeinflussten das Dasein der etruskischen Städte Roselle und Vetulonia, die an diesem Meeresspiegel gelegen waren, sehr positiv.

Der Prozess der Versandung , der im Verlauf der Zeit zum Verschwinden der Meeresbucht und zur Bildung der heutigen Maremma Ebene führte, geht auf die vom Ombrone und vom Bruna mitgeführten Sandmassen zurück., ebenso wie die Meeresströmungen, die den See Prile zunächst in eine Lagune und erst sehr viel später (vermutlich von der Spätantike oder dem Frühmittelalter an) in einen Sumpf verwandelte. In jüngerer Zeit wurde er unter der Herrschaft der Lorena (18.-19. Jahrhundert) trockengelegt.

Antike Funde bezeugen, dass das Ombrone Tal schon in prähistorischer Zeit von Menschen frequentiert wurde.

Reste aus dem Paläolitikum sind in der Grotte “la Fabbrica” zum Vorschein gekommen., die sich zum westlichen Ausläufer der Moni dell Uccellina und nach Poggio Calvello, nahe Grosseto hin öffnet.

Das Neolitikum ist hingegen im Gebiet von Roselle vertreten, wo man Äxte aus geglättetem Stein gefunden hat.

Die Bronzezeit wird in der Umgebung von Montepescali (grotta del Fontino) und nahe von Sticciano (grotta Lattaia) belegt.

In frühgeschichtlicher Epoche, scheint das Gebiet um Roselle von einer Serie von kleinen Besiedlungen okkupiert worden zu sein: man kennt aus der Zeit der späten Bronzezeit eine bei Poggio di Moscona und Poggia Diacciolone nahe Nomadelfia, die sich vielleicht in Beziehung zu der Siedlung Colle delle Macinaie sowie derjenigen bei Poggio Calvello nahe Grosseto setzten lässt.

Wir besitzen keine ausreichenden Quellen, um die ursprüngliche Bevölkerungsstruktur im Gebiet wo sich Roselle entwickeln wird, zu rekonstruieren. Es scheint jedoch, dass das Gebiet bereits in der Eisenzeit Besiedlungen kleineren Ausmaßes besaß, vielleicht auch nur für kurze zeit bewohnt war.

Roselle: Geschichte einer Stadt

Roselle befand sich in einer außerordentlich interessanten geografischen Lage: es be-herrschte den südöstlichen Ausläufer des “Sees” Prile - der natürliche Weg zwischen Meer u. Küstenstadt – während der Fluss Ombrone, nahe dessen Mündung Roselle entstand, den Handel mit dem Tal des Orcia und den Städten des Inneren Etruriens ermöglichte.

Auch wenn sich Spuren aus der Vor- und Frühgeschichte erhalten haben, so wird Roselle erst von der ersten Hälfte des 7. Jh. s. v. Chr. an organisch besiedelt, vielleicht infolge eines Sinoixismus Phänomens, das die Bewohner der umliegenden Gebiete interessierte. Die Gründe, die im 7. Jh. v. Chr. dazu führten, dieses Areal für eine Besiedlung auszuwählen, lassen sich leicht ausmachen: ein weites und fruchtbares Land zur Beackerung (nahe dem “See” Prile, Verbindung des Ombrone mit dem Meer) und eine natürliche Lage, die eine gute Verteidigung versprach. Im Zusammenhang mit den spärlichen literarischen Quellen über Roselle, scheint es uns wichtig, an Dionysos von Halikarnassos zu erinnern, der es zusammen mit Chiusi, Arezzo und Volterra erwähnt, die den Römern gemeinsam Hilfe gegen Tarquinius Priscus – also gegen Ende des 7. Jh. v. Chr. - zusagten.

Die Nachricht kann als ein Beweis dazu dienen, dass Roselle bereits in orientalisierender Zeit als Stadt gut organisiert war, wenn es in der Lage war, militärische Einheiten aufzu-stellen, die denen der reichen etruskischen Zentren, die ja eine ältere Gründung besaßen, ebenbürtig waren. Archäologische Funde belegen dies: Die Überreste der alten Stadtmauer Roselles lassen sich auf das 7. Jh. v. Chr. zurück-führen, welche aus regelmäßigen Steinblöcken mit darüber aufgeschichteten rohen Ziegeln gebildet war. Aus orientalisierender Zeit stammt auch da “Haus mit der Einfassung”, das jüngst als ein Kultort interpretiert wurde und sich zwischen zwei Hügeln befindet, wo in römischer Zeit das Forum stand.

Im 6. Jh. v. Chr. hatte die Stadt eine beachtenswerte Entwicklung: vom letzten viertel des 6. Jhs. v. Chr. war es der Import von attischer Keramik, der immer weiter anstieg und Roselle zu einem wichtigen urbanen Zentrum machte. Auf das 6. Jh. v. Chr. geht die zweite Stadtmauer zurück, die aus polygonalen Sandsteinblöcken besteht, die beide Hügel zusammenschloss und noch heute in weiten Teilen zu erkennen ist. In jener Zeit verwendete man für die Konstruktion der Stadt ungebrannten und gebrannten Ton sowie rohe Steine. Die zwei Hügel und die dazwischen liegende Talsenke waren dicht bevölkert, auch wenn sie, wie man aus den bis heute aufgefundenen archäologischen Resten schließen kann, unterschiedlich in ihrem Aussehen waren: Auf dem nördlichen Hügel befanden sich vor allem private Häuser, auf dem südlichen hingegen konzentrierten sich Gebäude, die für das Handwerk bestimmt waren.Es lässt sich auch in klassischer und hellenistischer Zeit weiterhin Besiedlung nachweisen. Auf dem Südhügel sind zahlreiche Funde von attischer rotfiguriger Keramik nachweisbar. Auf dem Nordhügel lassen sich, auch wenn dieser im ersten Jh. n. Chr. tiefgreifende Veränderungen erlebt hat (Errichtung eines Amphitheaters), Andeutung von tragenden Mauern und Gebäuderesten aus unterschiedlichen Epochen nachweisen (Archiak, Klassik, Hellenismus). Dadurch kann man eine Kontinuität in der urbanistischen Struktur feststellen. In der Talsenke belegen Funde von Votivgegenständen und von Importware der Keramik die Kontinuität der Besiedlung vom 5. bis ins 4. Jh. v. Chr.

Die römische Eroberung durch den Konsul Lucius Postumius Megellus im Jahr 294 v. Chr. ist von Livius erinnert worden. Archäologisch lässt sich dieser Umstand nicht belegen und die Überlieferungen aus den ersten zwei Jahrhunderten nach der Eroberung sind sehr spärlich. Die Spur von einem Brand, der in die ersten Jahrzehnte des ersten Jh. v. Chr. datiert wird, lässt vermuten, dass auch Roselle in die von Silla angeordneten Verwüstungen durch Brand, sowie es in anderen etruskischen Städten der Fall war, koinvolviert war (z. B. Talamon, Vetulonia, Populonia, Volterrra und Fiesole).Mit der Lex Julia und der Lex Palautia-Papiria wurden die Bewohner Roselles Rom unterstellt und in den tribus Arnensis eingegliedert und damit zu römischen Bürgern gemacht. Das wichtigste Instrument, um die eroberten Gebiete römisch werden zu lassen, war die Kolonisierung die zwei Ziele hatte: einmal um das eroberte Gebiet zu kontrollieren und zum anderen es gegen Angriffe von außen zu verteidigen. Südlich von Roselle stellt die Kolonie von Cosa ein Beispiel dar, wie man in der Kolonie investierte: neben dem Stadtzentrum wurde auch eine Infrastruktur mit Brücken, Straßen, Häfen und einer Zenturie geschaffen. Die Eroberung von Roselle bestand allerdings nicht in der völligen Kolonisation, sonder weite Teile wurden so belassen, auch wenn sie nicht weniger der strengen Kontrolle der Römer unterstand. Roselle erlebte erst in der römischen Kaiserzeit (also etwa 3 Jh. nach der Eroberung) einen intensiven baulichen Aufschwung, der augusteischen Protektion und der Wohltätigkeit einiger einflussreicher lokalen Familien (die Viciri und die Bassi) zu verdanken ist. Der Stadt wurde schließlich auch der rein ehrenhafte Titel einer colonia zuerkannt., wie es einmal durch die literarischen Quellen belegt wird (Plinius der Ältere, Nar.His., II 51), sowie durch den archäologischen Fund, als welcher die Inschrift Pub(lica) Col(onia) Rus(ellana) zu gelten hat, die sich auf einer bleiernen Wasserleitung im Stadtzentrum befindet. In der Kaiserzeit lässt sich auch die Erweiterung der Stadt nachweisen, die durch den wirt-schaftlichen Aufschwung der kaiserlichen Politik favorisiert wurde. Aus dieser Epoche stam-men ein Amphitheater, ein großes Forum, die Basilika der Bassi und die Thermen. In der späten Kaiserzeit wurde Roselle wie andere römische Städte Opfer des Ver-falls: Rutilius Namatianius, Autor des aus dem 5. Jh. v. Chr. datierten Gedichtes berichtet v. einer langen Reise entlang der italienischen Küste und erwähnt Roselle nicht, vielleicht auch weil es sich schon nicht mehr an der Küste befand.

In dieser Zeit fehlt eine wirkliche Bautätigkeit: die Gebäude aus der römischen Kaiserzeit wurden nurmehr wiederverwendet und damit ihrem ursprünglichen Aussehen und der Funktion beraubt.

Im 5. Jh. n. Chr. war Roselle bischöflicher Sitz und zwar für eine sehr große Diozöse: Vitaliano war der erste bekannte Bischof um 499 n. Chr.

Zwischen dem Ende des 6. Jhs. N. Chr. und den ersten Jahrzehnten des 7. Jhs. wurde die Stadt von den Longobarden erobert. Im Jahre 768 machte Karl der Große die Gebiete von Populonia, Roselle und Sovana dem Papst Hadrian zum Geschenk, wobei die Schenkung schließlich nur bei Sovana ausgeführt wurde. Das heilige römische Reich hatte weiterhin durch die Mittlerrolle des treuen Bischofssitzes von Lucca den Einfluss, den es seit der longobardischen Zeit besaß.

Im Jahr 862 tauschte der Bischof von Lucca der zur Familie der Aldobrandeschi gehörte, einige Güter, darunter auch Roselle, gegen andere näher gelegene und leichter zu verwal-tende Gebiete aus, die seinem Bruder gehörten. Von diesem Augenblick an ist die Geschichte von Roselle engstens an die der mächtigen Familie der Aldobrandeschi gebunden.

In mittelalterlicher Zeit war Roselle dennoch zu einem kleinen Ort geworden und nahm sicherlich nicht mehr die Rolle ein, die sie in der römischen Kaiserzeit besaß. Im Jahr 1138 sanktionierte Papst Innozenz II (1130-43) in einer Bulle die Überführung der Diozöse ins nahegelegene Grosseto, dessen Dasein noch bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts zu verfolgen ist. Der Beschluss beendete gleichzeitig das Ende der citivas von Roselle, was fortan als castrum bezeichnet wurde.

Das Gebiet von Roselle folgt dem Schicksal der gesamten Maremma: 1243 erhält siena für die gegenüber den Ghibellinen gezeigte Treue von Kaiser Friedrich II von Schwaben (1220-50) das Lehnrecht über die Gebiete der Aldobrandeschi. Dies war der erste Schritt, der zur gesetzlichen Legitimität für die Ausweitung von Siena führte und nach und nach ersetzte es die mächtige Familie bei der Kontrolle über das Gebiet der Maremma.

Roselle wird, abgesehen von sporadischen Bevölkerungen bis ins 17. Jahrhundert, von den Einwohnern verlassen und war lediglich “eine wilde Einsamkeit von Steinen und dornigen Büschen, ein Unterschlupf des Fuchses und des Wildschweins, der Schlange und der Eidechse geworden, nur von Hirten und ihren Herden heimgesucht.” So sah es der englische Diplomat und gelehrte George Dennis im 19. Jahrhundert anlässlich seines Besuchs der Maremma.

Führer durch Roselle

Die Nekropole

Die Nekropolen, außerhalb der antiken Stadtmauer gelegen, waren für eine lange Zeit von der orientalisierenden Zeit bis in die römische Epoche in Gebrauch.

In Roselle sind für die etruskische Zeit grundlegend drei Grabtypen zu unterscheiden: das Kammer- und das Pozzograb sowie das Fossagrab.

Entlang der Westseite der Stadtmauer lassen sich Kammergräber erkennen, die in den Fels gehauen wurden und somit auf die hellenistische Zeit schließen lassen.

Gräber “alla cappuccina” haben sich hingegen aus der römischen Kaiserzeit erhalten.

Die hier erwähnten Gräber sind jedoch nicht alle zu besichtigen. Die einzigen zu denen man Zugang hat, sind diejenigen der Nekropole von Serpaio, die sich an der befahrbaren Straße befindet, die zur antiken Stadt führte, also außerhalb der Stadtmauer. An dieser Straße, die schätzungsweise einer antiken Spur folgt, sind unter anderem Reste eines alten Grabhügels sichtbar, der aus einem Tambour besteht, der einen Erdhügel umgibt.

Im Zentrum dieses Hügels befindet sich eine rechteckige Grube, die eine kleine Grabkam-mer umschließt. An derselben Straße liegen auch kleine Kammergräber des in Roselle ver-breiteten Typus: Es handelt sich um kleine unterirdische Gräber mit einer einzigen Kammer quadratischer Form, einem dromos als Zugang und einer vorspringenden Bedeckung.

Dieser Typus ist für das Ende des 7. Beginn des 6. Jh. v. Chr. belegt, doch lässt er sich auch noch in hellenistischer Zeit nachweisen. Dabei handelt es sich unzweifelhaft um eher einfach Gebilde, wenn man sie mit den Grabstätten desselben Typs in anderen Städten vergleicht.

Die Stadtmauer

Die Stadtmauer umfasst circa 3 Kilometer, die sich entlang der zwei Hügel zieht und sich entsprechend der strategischen Funktion dem unwegsamen Territorium anzupassen sucht.

Die größte Höhe, welche sich an der Nordseite erhalten hat, beträgt 5 Meter.

Zur Errichtung der Mauer wurden Steinblöcke aus den nahegelegenen Steinbrüchen verwendet: das Baumaterial variiert von Zone zu Zone, da man in dem jeweiligen Abschnitt das Material des nächstgelegenen Steinbruchs verwendete. Der Außenbau ist aus großen grob behauenen Steinen gebildet, während man die innere Drenage mit kleinen Steinen sowie Erde fütterte.

Von dieser beachtenswerten Stadtmauer, die über Jahrhunderte in Gebrauch war, haben sich im Ost-, Nord- und Nordwestteil große Abschnitte erhalten; auf der Grundlage archäologischer Untersuchungen lässt sich die antike Stadtmauer ins 6. Jh. v. Chr. datieren.

In der West- und Südwestzone wird die Mauer durch kleiner Steinblöcke charakterisiert, die eine parallelepipedonartige Form besitzen und horizontal aufgeschichtet wurden. Es handelt sich um einen Wiederaufbau aus hellenistischer Zeit (4. Jh. v. Chr.), da vermutlich der Hang des Hügels in diesem Bereich stark betont und der Druck des Erdreiches Brüche und Zerrüttungen hervorriefen. Entland des Mauergebietes lassen sich aufgrund von Luftaufnah-men wenigstens sieben Türen ausmachen, von denen drei ans Licht gebracht worden sind: eine im Norden gelegene wird durch den raumartigen Zugang gekennzeichnet, während die beiden anderen, die sich entsprechend nach der östlichen sowie nach der westlichen Seite öffnen dem Typ der “porta scea” folgen.

Ein wichtiger Teil der Stadtmauer ist im Bereich des Eingangs zur Grabung – Amphitheater – zu sehen (Ingresso Scavi-Anfiteatro).

Gebiet des Forums

Der Platz des aus römischer Zeit stammenden Forums wurde durch eine künstliche Erhöhung gewonnen: das Niveau zwischen den Hängen der zwei Hügel, die ursprünglich durch eine tiefe Talsenke miteinander verbunden waren, wurde abgedämpft. Man kann sehr deutlich den Unterschied beobachten, der zwischen dem Niveau des Forums und den umliegenden Bauten aus der orientalisierenden und der archaischen Zeit besteht.

Dieses Gebiet ist besonders wichtig, da die Grabungen, deren Ausschachtungen z. T. 6 Meter erreichen, Zeugnisse kontinuierlicher Besiedlung vom 7 Jh. bis in die römische zeit und danach ans Licht gebracht haben. Tatsächlich scheinen in diesem zwischen den beiden Hügeln gelegenen Tal im Verlauf der Jahrhunderte die Gebäude größten Ansehens gebaut worden zu sein. Im südlichen Teil des Platzes, wo die Plattenpflasterung fehlt (da sie zum Opfer späterer Ausraubung geworden ist), war es möglich die älteren Schichten und die entsprechenden Strukturen ans Licht zu bringen. Hier lässt sich die Aufmerksamkeit auf das so. “edificio con recinto” (Haus mit der Einfassung)lenken sowie auf das “a due vani” (Haus mit zwei Räumen).

“Das Haus mit der Einfassung” ist ein der orientalisierenden Zeit entstammtes Denkmal, das einen einzigen ovalen Raum mit zwei Einfassungen – daher die Bezeichnung – besicht, einer an der Süd- ein anderer an der Nordseite. Die Baustruktur besteht aus ungebrannten Ziegelsteinen, die in der Sonne getrocknet wurden und besaß eine Bodenbedeckung aus gestampftem Ton, das Dach war vielleicht aus Stroh.

Der ovale Raum wurde im Augenblick seiner Entdeckung als ein Haus gedeutet; diese Hypothese scheint durch die Funde in der Einfassung gerechtfertigt, die sich zum größten Teil auf die häusliche Arbeit beziehen: Gewichte von Webstühlen, Gefäße für den Hausgebrauch u. a

Vor kurzem hat man jedoch eine andere Deutung für dieses Gebäude vorgeschlagen, denn die Architektur scheint eher einem Kultort zu entsprechen: ”der Gegensatz zwischen der weiträumigen Einfassung und dem streng eingefügten überdeckten Bau, der sich auffallend im Mittelpunkt befindet, sowie der gewählte Standort, bei dem es sich schon damals um das Herz der Stadt handelte, lassen ohne Zweifel auf eine offizielle Funktion, möglicherweise eine Sakrale schließen” (G. Colonna 1986, pp. 400-401). Aufgrund dieser Hypothese können die an den Hausgebrauch gebundenen Funde auf einen entsprechenden Kult schließen lassen, und zwar den der römischen Göttin Vesta.

Das “Haus mit zwei Räumen wird aus zwei großen rechteckigen Räumen gebildet, die durch eine Zwischenwand getrennt sind. Die Seitenwände sind aus Steinen gebildet, die durch Ton zusammengehalten werden, der auch als Verputz diente; die trennende Wand ist aus rohen Ziegelsteinen gebildet und ebenfalls verputzt. Überreste von Dachziegeln und Dachpfannen, die auf dem Fußboden gefunden worden, lassen darauf schließen, dass das Dach aus Ziegelsteinen gebaut war. Auf der Grundlage der augefundenen Reste ist das Gebäude ins 6. Jh. v. Chr. datierbar. Es wurde zwar als Wohnhaus gedeutet aber die Weitläufigkeit der Konstruktion ließe eher eine mögliche öffentliche Funktion schließen; Der Standort in einem zentralen Gebiet der Stadt, wie der der Talsenke, könnte diesen Umstand verstärken.

In augusteischer Zeit lässt sich eine Wiederaufnahme der Bautätigkeit beobachten, die sich vor allem auf das zentrale Gebiet der Stadt, oberhalb des künstlichen Niveaus, was man als Basis des Forums konstruiert hatte und was zu Beginn eher begrenzt schien, sich dann aber nach und nach ausweitete. Das Forum, das sich bis heute erhalten hat, geht auf das 1. Jh. v. Chr. zurück und ist wesentlich monumentaler als das vorangegangene. Der Forumsplatz ist mit großen Travertinplatten gepflastert. Der östliche Teil wird von dem cardo maximus begrenzt, der nach einer ungewohnten Lösung an dem Punkt endet, wo er auf das decumanus trifft und so einen rechten Winkel bildet. Mit dieser Variante beabsichtige man wahrscheinlich die vorher bestehende Urbanistik zu berücksichtigen und sich gleichzeitig an das unwegsame Gebiet anzupassen. Im westlichen Teil hingegen gibt der Platz bühnenartig den Blick auf die Ebene frei. Im nordöstlichen Teil des Forums befindet sich ein rechteckiges Gebäude mit einer offenen Apsis an der Querseite, während die Längsseiten des Baus drei Nischen aufweisen, die einstmals wie die Apsis marmorne Statuen beherbergten.

Ein anderes Gebäude schließt sich an das vorhergehende an und besteht aus zwei rechteckigen Räumen; neben diesem liegen zwei weitere Bauten, welche erst vor kurzem ausgegraben, ebenfalls den Kult bestimmt waren. Diese Bauten schließen nicht unmittelbar an das Forum an, sondern werden durch einen großen Portikus mit ihm verbunden.

Besonders wichtig scheint ein Gebäude mit Apsis zu sein, in dem zwei Marmorstatuen auf-gefunden wurden; einige dieser weisen die Inschriften Basus, Bassus avos auf, die von der geläufigen Bezeichnung der Basilica der Bassi herrührt. Die Konstruktion des Gebäudes geht auf das 1 Jh. v. Chr. zurück und man vermutet, dass es zu Beginn eine öffentliche Funktion hatte, vielleicht an den Kaiserkult gebunden. In der Folgezeit (2.-3. Jh. v. Chr.) seiner ursprünglichen Bestimmung beraubt, wurde es von einer lokalen Familie als repräsentatives Gebäude wieder benutzt, das eine Statuengalerie beherbergte, in der Persönlichkeiten aus der alten Familie der Bassi dargestellt waren.

Im Osten des Forums erhebt sich die römische Basilika, eines der Stützpunkte des öffentlichen Lebens, die einen rechteckigen Grundriss und eine innere Säulenstellung besaß, von der sich heute lediglich eine Säulenbasis erhalten hat; mittels einer kleinen Treppe hatte man Zugang zum höher gelegenen tribunal. Diese Empore wird durch eine komplexe Mauertechnik gekennzeichnet; opus reticulatum und opus vittatum, mit Streifen aus Ziegeln, von dem als sichtbares Beispiel ein kleiner Teil der Außenwand erhalten ist.

Im Südteil befand sich der Sitz des Kollegs der Flamines Augustales, der aus einer rechteckigen Aula mit Apsis gebildet war. An den Wänden waren einige Nischen mit Statuen, die Mitglieder der julisch-claudischen Familie darstellten, während die zwei Basen in der Apsis die Statuen des Kaisers Claudius und von Livia trugen, die für den Kult bestimmt waren. In diesem Gebäude sind Widmungen aufgefunden worden, die mit Vicirius Proculus signiert sind, ein berühmter Einheimischer, der Mitglied der mächtigen Familie Roselles der Vicirii war.

Dieser Umstand spiegelt eine ganz bestimmte Politik der julisch-claudischen Dynastie wieder: um die Kontrolle über die jeweilige Kolonie zu behalten, machte man sich die lokalen Familien gefügig. Die signierten Inschriften des Vicirius Proculus und die aufgefundenen Statuen befinden sich im Augenblick im Museum von Grosseto.

Neben diesem Gebäude befand sich auf niedrigem Podest ein kleiner Antentempel, dessen Hauptansicht über ein zentrale Treppe verfügte, die jeweils von einem Säulenpaar flankiert wurde. Diese Struktur ist möglicherweise auf die claudische Zeit zurückzuführen.

In dem südlichenn Gebiet des Forums mit dem Eingang zum cardo maximus befindet sich die sogenannte “domus dei Mosaici” (Haus der Mosaiken), die ein typisches Beispiel für die römischen Wohnbauten darstellt. Die erste Bauphase geht auf die spätrepublikanische Zeit zurück, aber dieses Haus wurde in späterer Zeit Gegenstand von Restaurierungen und Umbauten. Der Eingang öffnet sich nach Osten auf die mit Platten gepflasterte Straße; durch ein Vestibül gelangt man in eine atrium mit einem zentralen impluvium. Rechts und links davon öffnen sich die anliegenden Räume (alae) und geradezu das ablinum. Im hinteren Teil des Hauses befindet sich ein Peristyl, das sich bühnenartig zum Tal hin erstreckt.

In der Folgezeit, in tiberianisch-claudischer Zeit, fügte man am südlichen Teil des Hauses Thermen an; hier lassen sich folgende Räume unterscheiden: frigidarium, tepidarium, calidarium und laconicum, abgesehen von den für die Dienste vorgesehenen Räume. Interessant ist auch hier die Bautechnik, die sich durch die Verwendung von Kalk als Bindung für die Mauersteine auszeichnet in früheren Bebauungsphasen Roselles fehlte. Die Fußbodengestaltung ist vielfältig: mir schwarzweiß Mosaik als opus sectile, während in einem der Heizräume der Thermen fischgrätenartige Ziegelsteine zu finden sind.

Im 3.-4. Jh. n. Chr. bewohnte ein Schmied dieses Haus (domus). Diese Tatsache erklärt sich vermutlich durch den leichten Wassertransport mittels der thermalen Leitungen und wird auch durch die zahlreichen Funde von Metallfragmenten und von Gegenständen, die aus dem Zusammenhang gerissen früheren Zeiten entstammen belegt, die der Schmied wahrscheinlich um des Metallwertes willen gesammelt hatte und die er wahrscheinlich wiederverwenden wollte.

Das Gebiet des römischen Amphitheaters

Der nördliche Hügel wird von dem Amphitheater dominiert, das eine elliptische Form, relativ geringe Ausmaße sowie vier Eingänge besitzt, von denen zwei unüberdacht, zwei weitere Überdachungen mit kassetierten Gewölben aufweisen. Im Mittelpunkt der Hautachse lassen sich vier Steinblöcke ausmachen, die in regelmäßigem Abstand aufgestellt sind und die Aufgabe hatten, das velarium zu tragen.

Die verwendete Mauertechnik ist opus reticulaum, die ins 1. Jh. n. Chr. zu datieren ist. Im Mittelalter wurde das Amphitheater wieder als Festung benutzt, vermutlich der Mauerstärke und der hohen Lage wegen.Mittelalterliche Mauerreste, die es einfassten sind am Westteil und am Haupteingang erkennbar, der sich an diesem Punkt öffnet. Eine Besiedlung aus jüngerer Zeit bis ins 16./17. Jahrhundert lässt sich anhand der Funde von Keramikfragmenten nachweisen, die sich heute im Museum von Grosseto befinden.

Die Struktur des Amphitheaters, welches schon immer aufragte,, zog bereits die Aufmerk-samkeit der Forscher im 18. Jahrhundert an und war ein Grund für die ersten in Roselle durchgeführten Grabungen (1774), die in der Folgezeit von Leonardo Ximenes veröffentlicht wurden. Dieser war ein bekannter Ingenieur und Jesuit , der sich mit dem Verfall der Maremma beschäftigte, dem die weitblickende Lorena mit ihrem Unternehmen der Trocken-legung dieses Gebietes entgegenzuwirken suchten.

Das Amphitheater wurde auf älteren Gebäuden errichtet, was notgedrungen zu deren teilweiser Zerstörung führte. Rechts vom südlichen Eingang wurden Überreste eines etruskischen Hauses aus dem 7. Jh. v. Chr. gefunden, die die Besiedlung dieses Gebiets seit den Anfängen der Stadt bezeugen. Die Belagerung in späterer Zeit (Hellinismus) wird hingegen durch die Reste eines Hauses auf der Spitze des Hügels bezeugt, dessen Struktur zum Teil vom Amphitheater überdeckt wurde, das im 1. Jh. n. Chr. errichtet wurde. Der Grundriss ist der charakteristische eines Hauses (domus) aus römischer Zeit: das atrium in Zentrum, die alae an den Seiten, in der Tiefe ein tablinum, während sich der Eingang möglicherweise im Süden befand.

Die Mauertechnik bestand aus groben unregelmäßigen aufgeschichteten Steinen, die von einer Verputzung überdeckt waren; die Fußböden waren aus Kalk und opus signinum, die auf einer Präparierung aus gehauenen Steinchen und Erde aufgelegt wurden. Es handelt sich möglicherweise um eine luxuriöse Wohnung, die zw. Dem 3. und 2. Jh. v. Chr. errichtet wurde, wie sich aus den Fresken an den Wänden schließen lässt, von denen sich lediglich Spuren erhalten haben. Abglättungen des Putzes lassen in Übereinstimmung mit dem Fußboden auf eine Abdeckung mit Marmorplatten schließen.

Das südliche Gebiet des Hügels

Dieses Gebiet wird durch ein kleines Wohnquartier aus hellenistischer Zeit gekennzeichnet, was sich über einem älteren aus archaischen-klassischer Zeit befindet, von dem einige Reste sichtbar sind. Von den archaischen Strukturen sind besonders ein Wohnhaus mit zwei Räumen und einigen Brennöfen für die Keramik interessant, die aus kleinen Steinen errichtet und im Innern mit Ton bedeckt wurden. Vielleicht befand sich in dieser Gegend in archaischer Zeit ein Handwerkerquartier. Der Ort, der durch sein Lage nach Norden gut belüftet ist, begünstigte diesen Umstand.

In hellenistischer Zeit befand sich in dieser Gegend private Wohnhäuser, die sich entlang der mit Kieselsteinen gepflasterten Straße zogen, und künstlich auf Terrassen errichtet wurden, in dem man sie in den Fels haute. Die Bautechnik bestand aus roh gebauten Mauern, die verputzt wurden; die Böden sind in opus signinum. Die ganze Wohngegend wurde durch ein dichtes Kanalisationssystem gekennzeichnet.

Monumental ist eine große römische Zisterne, die hier in den Fels gehauen ist und Gewölbe aus opus incertum besitzt, die vollkommen mit Wassermörtel verputzt wurden.

Das Gebiet der Thermen

Dieses Gebiet zeichnet sich durch einen sehr komplexen Grundriss aus. Nicht das ganze Gebäude ist bisher ans Licht gebracht worden , sodass es von schweren spätmittelalter-lichen Schichten bedeckt ist, die zu Konstruktionen gehörten, welche man im Verlauf der Zeit über dem ältesten Plan errichtete.

Charakteristisch ist ein großes natatio, das vielleicht die Funktion eines zweiten frigidarium besaß; es enthält einen Saal in "L" Form, umschlossen von einer Reihe von kleineren Räumen, von denen sich von Osten her gesehen ein frigidarium mit Becken erkennen lässt, das mittel eines Treppchens zugänglich war, ein tepidarium, ein laconium und schließlich ein calidarium mit Apsis. Kürzlich wurde vor der natatio eine Turnhalle ans Licht gebracht. Die gebrauchte Technik ist opus mixtum, die auf eine Datierung in die Anfänge des 2. Jh. v. Chr. schließen lässt.

Die Fußböden der Thermen besaßen schwarzweiß Mosaiken mit Meerwesen, von denen sich nurmehr Fotografien erhalten haben, die man anlässlich der Ausgrabungen in den vierziger Jahren dieser Gegend gemacht hatte.

In hochmittelalterlicher Zeit wurde über den Resten der Thermen eine Kirche errichtet. Bei diesem neuen Bau wurde, wie bei allen anderen mittelalterlichen Gebäuden, die vorhan-denen Baustrukturen mit verwendet. So benutzte man als Seitenwände diejenigen in opus mixtum der römischen Thermen, die mit einer rohen Technik, nämlich mit Haufen unterschiedlicher Herkunft, erhöhte. Das zentrale Becken wurde gefüllt und mit einem Fußboden bedeckt.

Die Kirche erhielt das folgende Aussehen: der Eingang war im Südwesten, daran schloss sich ein Narthex mit Taufbecken zum Eintauchen an, wie es in jener zeit üblich war; daran wiederum drei Kirchenschiffe, die in drei Räume mündeten, dessen mittlerer die Aufgaben eines Presbyteriums besaß, während die seitlich dem Kirchendienst gewidmet waren (Sakristei, Pastophorien). Neben dem Außenbau der Kirche befand sich ein großer Friedhof, der durch Terrassen gegliedert war und über Hahrhunderte hinweg in Gebrauch war (6.-12. Jh. n. Chr.). Seine Ausmaße lassen sich noch heute erkennen und das Gebiet bildet einen Teil der Ausgrabung.

Die Topografie des Ortes und die möglichen Datierungen der einzelnen Bauphasen ließe sich noch besser durch die aktuellen Forschungsergebnisse zu präzisieren.

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